Lernen auf Distanz: Videos

/ August 17, 2020/ Didaktimpuls/ 0Kommentare

Weltweit sind zahlreiche Schulen noch bis zum Ende des Jahres geschlossen oder starten nun nach den Sommerferien bei geschlossenen Schulgebäuden mit Fernunterricht. Dabei spielen seit Beginn der Schulschließungen Videokonferenzen eine wichtige Rolle bei der Diskussion darum, wie der Unterricht während der Zeit der Schulschließung als Lernen auf Distanz organisiert werden kann.

Während zunächst technische und organisatorische Fragen angesichts des Zeitdrucks schnell umsetzbarer Lösungen im Vordergrund standen, ist der Einsatz von Videos und Webkonferenztools zuallererst eigentlich eine didaktische Frage.

Wesentlich dabei ist die Unterscheidung von synchronen und asynchronen Einsatzszenarien.

Ein Livestream aus dem (leeren) Klassenzimmer oder eine Videokonferenz, die versucht, den bisherigen Unterricht abzubilden, verlangt, dass alle Teilnehmenden gleichzeitig, also synchron, vor ihren Rechnern sitzen. Zwar lässt sich der Unterricht auch aufzeichnen, eine Partizipation beim Anschauen des aufgezeichneten Videos ist jedoch nicht möglich.

In kleinen Gruppengrößen mit bis zu mehr oder weniger 10 Teilnehmenden funktionieren Videokonferenzen gut. Sie sind sinnvoll, um sich direkt auszutauschen, Gemeinschaft herzustellen, offene Fragen zu klären… wobei der erste Tipp für die Gestaltung von Online-Lernen ist: Versuchen Sie nicht den Unterricht im Klassenraum 1:1 abzubilden. Passen Sie Ihre Lernangebote sinnvoll an die Bedingungen des Online-Lernens an. Weitere Hinweise und Tipps, die sich auch auf Schule übertragen lassen, finden sich z.B. hier!

Videokonferenzen sind anstrengend, für alle Beteiligten. Hilfreich sind deshalb kurze Auflockerungen. Ein schöne Sammlung von Aktivitäten und “WarmUps” für den Start einer Videokonferenz bietet dieses Padlet.

Geht es hingegen um einen Input z.B. in Form eines kurzen Vortrags oder einer längeren Erklärung stellt sich die Frage, ob ein asynchrones Angebot nicht besser geeignet ist. Dazu kann man ein bereits existierendes Video für die Lernenden bereitstellen oder selbst eins produzieren.

Dies hat mehrere Vorteile:

  • Die Schüler*innen können das Video selbstbestimmt in Ruhe anschauen. Sie können das Video pausieren, einzelne Passagen oder das ganze Video mehrfach schauen, Fachbegriffe nachschlagen und konzentriert Notizen machen.
  • Es können sorgfältig aufbereitete, zusätzliche auditive oder visuelle Unterstützungen z.B. durch Grafiken, interaktive Modelle, Notizen/Einblendungen etc. in das Video integriert werden.

Das Anschauen des Videos und das Verständnis des Inhalts können durch eine geeignete anschließende Aufgabe sichergestellt werden. Offene oder auch weiterführende Fragen können dann entweder in einer kurzen synchronen Videokonferenz geklärt oder in einem (gleichfalls asynchronen) Frage-Antwort-Forum oder einem Etherpad notiert und besprochen werden.

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