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„Die Lehrkraft fördert das personalisierte Lernen.“

So lautet das Kriterium 3.5 im Qualitätsprofil für die Bund-Länder-Inspektion (BLI) 3.0. „Personalisiertes Lernen“ ist in Südamerika als Konzept noch relativ neu. Viele Schulen haben in den letzten Jahren sehr intensiv an der Differenzierung gearbeitet und dabei gut durchdachte Konzepte und Modelle entwickelt. Auf die Nachfrage eines Teams zu dem oben genannten Kriterium habe ich folgende drei Bilder entworfen, die durch bewusste Zuspitzung helfen sollten, die Unterschiede und vor allem den fundamentalen Perpektivwechsel von der klassischen Differenzierung im Klassenzimmer hin zum personalisierten Lernen zu veranschaulichen.

Bild 1: Traditioneller Unterricht geht vom Lehrplan aus. Die Lehrkraft als Wissenvermittler:in, die den Schüler:innen in mehr oder weniger kleinen Häppchen die Inhalte in derselben Form darbietet.

Bild 2: Wenn in diesem Setting Differenzierung gedacht wird, ändert sich oft wenig. Die Grundkonstellation bleibt identisch. Manchmal wird die bisher homogen imaginierte Klasse nun in drei Leistungsgruppen eingeteilt, für die die Lehrkraft den „Lernstoff“ in drei Variationen aufbereitet. Die „Lernhappen“ werden unterschiedlich gestaltet. Es gibt unterschiedliche lange und schwierige Aufgaben, Texte, einige Schüler:innen bekommen mehr Zeit oder Hilfekärtchen. That’s it. Und hinzu kommt: Das ist extrem viel Arbeit – so dass nicht selten in Schulen mit dieser Art Differenzierung zu hören, dass man Inklusion, also noch mehr Differenzierung, nicht mehr leisten könne…

Die grundlegende Veränderung kommt mit dem personalisierten Lernen in den Klassenraum. Die Lehrkraft rückt zur Seite. Ausgangspunkt ist nicht mehr der Lehrplan, sondern die Interessen und Fragen der einzelnen Schüler:innen. Von der Wissenvermittlung zur Lernbegleitung: Wie ein GPS-System helfen die „Lehrenden“ den Lernenden nun ihren eigenen Weg zu ihrem Ziel zu erreichen.

Selbstverständlich ist die Gegenüberstellung in dieser Form extrem holzschnittartig und maximal reduziert. In den Gesprächen mit Lehrer:innen hat sich die Bilderfolge aber als hilfreich erwiesen, um einen kleinen Aha-Effekt auszulösen und einen conceptual change anzustoßen, dem dann eine weitere Beschäftigung mit dem Thema und den Umsetzungsmöglichkeiten folgen sollte.